Übersetzungen im Bauwesen

In unserer globalisierten Welt ist es fast schon zur Norm geworden, dass Unternehmen nicht nur in ihrem Herkunftsland tätig sind. Vor allem in der Baubranche ist es gang und gäbe, dass die verschiedenen Teilnehmer an einem Bauprozess nicht aus demselben Land stammen. Bei allen internationalen Bauaufträgen stellt sich allerdings früher oder später die Frage: Wie gehe ich mit der Sprachbarriere um? Vor allem in Europa finden sich auf relativ kleiner Fläche eine große Anzahl verschiedener Länder und damit auch verschiedener Sprachen. Bei Bauaufträgen im Ausland gibt es daher nicht nur bei der Kommunikation mit den zuständigen Behörden sondern auch mit ausführenden Firmen und lokalen Partnern eine gewisse Sprachbarriere.

Achtung, Sprachbarriere!

Da es sich bei Bauaufträgen im Normalfall um Aufträge mit großen Summen handelt, spielt hier eine gute Kommunikation aller Beteiligten eine entscheidende Rolle. Schon alleine deshalb sollte im gesamten Bauverfahren auf ausgebildete und erfahrene Übersetzer zurückgegriffen werden, die direkt von Deutsch in die jeweilige Landessprache übersetzen, um sicherzugehen, dass wirklich alles von allen Beteiligten verstanden wird. Vor allem bei Verträgen ist es unerlässlich, nicht auf die eigenen Sprachkenntnisse zu vertrauen, um den ungefähren Inhalt zu verstehen, sondern eine professionelle und genaue Übersetzung zur Hand zu haben, da es hier auf jedes Detail ankommen kann.

Aber auch bei der täglichen Kommunikation, z.B. über E-Mail, ist Vorsicht geboten. Eine umständliche Kommunikation über eine von allen mehr oder weniger verstandene Drittsprache, wie z.B. Englisch, kann zu gravierenden Problemen und damit Mehrkosten führen. Dazu muss gesagt werden, dass eine sinnvolle Kommunikation im Bauwesen mit normalem Schulenglisch absolut nicht machbar ist. Und auch wenn die eigenen Fremdsprachenkenntnisse, z.B. durch ein Studium oder Semester im Ausland, aufpoliert wurden, sollte nicht darauf vertraut werden, dass dies bei allen Partnern genauso ist.

Wie viele Geschosse gibt es nun wirklich?

Ein gutes Beispiel, bei dem sprachliche Unschärfe zu großen Behinderungen führen kann, sind die Geschossbezeichnungen. Schon im Deutschen kann es hier Verständnisprobleme geben, schließlich ist der 1. Stock nicht gleich das 1. Geschoss – das 1. Geschoss heißt bei uns Erdgeschoss oder Parterre. Somit liegt die oberste Wohnung in einem 4-geschossigem Gebäude im deutschen im 3. Stock. Im amerikanischen Englisch liegt diese Wohnung aber im vierten Stock, da dort unser Erdgeschoß der „first floor“ ist, während die Briten gleich zählen wie wir, also mit dem „ground floor“ beginnen.

Um solchen Problemen vorzubeugen, sind muttersprachliche Übersetzer gefragt, die genau diese feinen Unterschiede kennen und richtig zu übersetzen wissen. Schließlich ist die Geschossanzahl eines Gebäudes keine Kleinigkeit, die man schnell einmal ausbessern kann. Hier muss man sich als Firma darauf verlassen können, dass das Gegenüber gleich zählt – und auch bei Telefongesprächen oder bei Gesprächen „zwischen Tür und Angel“ nicht doch vergisst, dass in der Zielsprache die Geschosse anders gezählt werden.

Offizielle Unterlagen

Außerdem wissen erfahrene Übersetzer, die auf Bauwesen spezialisiert sind, auch über die Besonderheiten von offiziellen Dokumenten wie Einreichunterlagen oder Ausschreibungstexten im Zielland Bescheid. Auch hier reicht es meist nicht, einfach die gewohnten Unterlagen Wort für Wort zu übersetzen. Vielmehr muss eine Fülle von lokalen Anforderungen und Gegebenheiten beachtet werden, damit ein reibungsloser Ablauf sichergestellt wird. Da jedes Land seine eigenen Baugesetze hat und diese im Normalfall nur in der Landessprache vorliegen, sollte man sich auch hier mindestens die wichtigsten Passagen genau übersetzen lassen und auf keinen Fall darauf vertrauen, dass der lokale Partner das schon richtigmachen wird.

Die Investition in einen guten Übersetzer lohnt sich also auf jeden Fall – und beugt kostspieligen Schwierigkeiten von Anfang an vor.